Ladeinfrastruktur daheim (Teil 2)

Nerds die spielen sind gesund!

Den Aufbau der Wallbox habe ich im ersten Teil ja schon im Detail beschrieben. Das ganze funktioniert auch wunderbar, auch wenn wir die Wallbox erstaunlich wenig benutzen. Wir haben vielleicht 15-20% der benötigten Energie bisher daheim geladen, der Rest kam unterwegs in den Akku. Auch hatten wir erwartet den Wagen jeden Abend anzuschließen, aber zumindest bisher war das absolut nicht nötig. Das könnte sich im Winter ändern, wenn wir das Vorklimatisieren mehr nutzen sollten.

Aber ich bin ein Spielkind, und so musste rund um die Wallbox noch was gebastelt werden. Die Wallbox hat eine RS485 Schnittstelle, über die sie mit der Außenwelt kommunizieren kann. In der Kramkiste fand sich noch ein Raspberry Pi (so einer von den ganz alten Modellen), der umgehend um eine RS485 Platine erweitert wurde:

Somit war eine Verbindung zur Wallbox geschaffen, über die der aktuelle Status abgefragt werden kann, aber auch (was ich nicht benötige) die Stromstärke on the Fly angepasst werden kann. Wenn man über eine eigene Photovoltaik-Anlage laden würde wäre das sehr relevant. Der Raspberry bekam dann noch ein Hutschinen-Gehäuse mit dem er direkt in der Unterverteilung platziert werden konnte. Die Kabel die an der Seite raus baumeln sind für zwei weitere Funktionen gedacht.

In der Unterverteilung der Wallbox sitzt auch noch ein Stromzähler, der auch pro verbrauchter kWh 1000 Impulse liefert, die man mit dem Raspberry Pi auswerten kann. Ich habe mich dabei an dieser Anleitung orientiert, aber die Programme noch etwas angepasst um die Daten des Stromzählers in einer Form vorliegen zu haben die ich auswerten und archivieren kann.

Aus einem anderen Projekt hatte ich noch Temperatursensoren von Typ DS18B20 übrig, die man ebenfalls an den Raspberry Pi anschließen kann. Eine Anleitung findet sich hier.

Alles zusammengebaut sieht dann so aus:

Oben rechts das Netzteil für den Raspberry Pi, dann der Raspi selbst, und daneben der Stromzähler. Unten dann die Sicherungen für die Wallbox, und ein FI plus Sicherung für den Raspi und die Außensteckdose. Die Wallbox hat keinen FI in der Unterverteilung, da sie einen eigenen FI intern verbaut hat.

Der Raspberry Pi ist über WLAN mit meinem Heimnetz verbunden, und stellt eine Webseite bereit über die der Stromverbrauch, die Außentemperatur sowie der Status der Wallbox abgefragt werden können:

Man sieht deutlich das die Temperatur in der Wallbox ansteigt wenn geladen wird – obwohl ja eigentlich nicht viel dabei passieren sollte. Das ganze ist natürlich primär eine Spielerei, und es gibt auch Wallboxen die vergleichbare Funktionen schon eingebaut haben, oder sich direkt per App auf einem Smartphone abfragen oder steuern lassen. Aber zum einen sind solche Wallboxen auch direkt eine ganze Ecke teurer, und ich bin bei dem ganzen Internet of Things Thema doch etwas skeptisch. Viele Anbieter haben IT Security noch nicht verstanden, und Updates gibt es selten bis nie.

Ich glaube nicht das ich alles besser kann, aber mir ist eine Lösung die ich verstehe und selber anpassen/updaten kann in diesem konkreten Fall lieber als eine hippe Lösung eines aufstrebenden Anbieters. Meine Lösung hat das wichtigste Feature für Infrastruktur-Komponenten: Wenn alle Stricke reißen, und die „smarten“ Funktionen nicht mehr laufen, oder ich sie nicht mehr pflegen kann oder will, dann läuft das ganze immer noch als narrensichere Ladestation weiter.

Ein Gedanke zu „Ladeinfrastruktur daheim (Teil 2)

  1. Hans Antworten

    Toll gemacht, ich habe von Anfang an auf eine Keba Wallbox gesetzt, da diese mittels UDP Befehlen ansteuerbar ist. So kann ich den Ladestrom direkt vom Smart Home (Loxone nutze ich) einstellen und versuchen den Photovoltaik-Überschuss ins Auto zu laden.

    Wünschenswert wäre es wenn die Wallbox auch Phasentrennung könnte, sprich nur einphasig laden für kleinere Überschüsse, sonst 3 phasig.

    Gruss
    Hans

    PS: Blog abonniert, gefällt mir 🙂

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