WLAN im Auto

Oder: es muss nicht zwingend die 500 EUR Option von VW sein.

Das Navi im e-Golf kann sich über das Internet Echtzeit-Verkehrsinfos, RSS-Feeds, das Wetter, Infos zu Ladesäulen und anderes ziehen. Um das Navi ins Netz zu bringen hat man zwei Optionen: einmal die fast 500 EUR Sonderausstattung in Form der „Business“ Freisprecheinrichtung, oder man organisiert sich einen fahrenden Hotspot.

Mit der „Business“ Freisprecheinrichtung bekommt man einen SIM Slot und ein komplettes Mobilfunk-Modul ins Auto. Es wird nicht das schon für die Notruf-Funktion bzw. CarNet verwendete Modul verwendet, das wäre vermutlich zu einfach. Die „Business“ FSE versorgt dann das Navi mit Internet, und kann auch einen WLAN Hotspot für die Mitfahrer aufmachen. Mit 500 EUR ein teurer Spass, vor allem wenn man nicht beruflich auf die Funktion und den sicher deutlich besseren Empfang angewiesen ist.

Die zweite Variante, einen eigenen Hotspot aufzumachen in das sich das Navi dann einbucht, ist deutlich günstiger. Im einfachsten Fall macht man das über sein Smartphone, das ist aber nicht sonderlich komfortabel. Bei Apple muss die Funktion immer wieder manuell eingeschaltet werden, vielleicht fährt auch mal wer anders das Auto, es belastet den Akku, irgendwie alles nicht so prickelnd.

Im GoingElectric Forum kam dann ein interessanter Vorschlag: einen Huawei E8372-w LTE „Wingle“. Sieht aus wie ein normaler USB-LTE Stick, macht auch alles was ein solcher USB-LTE Stick so tut, aber kann auch einen WLAN Hotspot aufmachen. Ich höre Clemens schon rotieren – kein IPv6, Limitierung auf 10 Clients, brrrr. Und: er hat recht. Aber mit einem Kaufpreis von 1/3 einer vergleichbaren AVM Lösung und einem extrem klar umrissenen Einsatzzweck war es mir einen Versuch wert. So ein kleiner Stick ist auch besser unterzubringen als eine Fritzbox, und auch besser mit Strom zu versorgen:

Klein, unauffällig, dank Klett und Flausch nicht im Weg, und bisher erfüllt er seinen Zweck gut. Nur das eine Gigabyte Datenvolumen war schneller weg als gedacht – mein Handy dachte sich „oh, ein WLAN! Ja, da lade ich doch mal alle Podcast-Episoden runter die mir noch fehlen!“…

5 Gedanken zu „WLAN im Auto

  1. Christian Antworten

    Da solltest Du vorsichtig mit sein. Es gibt in den Foren erste Fälle, in denen solche Dongles (oder auch zB OBD-Dongles) die 12V Batterie leergesaugt und damit einen Start des Fahrzeugs verhindert haben. Idealerweise kommt sowas ausschließlich ans ZP15.

    • Daniel Autor des BeitragesAntworten

      Da besteht bei der 12V Steckdose im Kofferraum keine Gefahr, die hängt am Zündplus, nicht am Dauerplus. Merkt man direkt: Zündung aus und schon ist das WLAN weg.

      Die OBD Dongles sind auch ein Sonderfall. Der OBD Port ist immer aktiv, und damit auch der Dongle. Der alleine zieht gar nicht mal viel Strom, aber unter Umständen weckt er die diversen Steuergeräte auf dem Bus oft auf, und das zieht dann die Batterie leer.

  2. tibs Antworten

    Schöner Beitrag, danke! Ich habe den gleichen Wingle im e-Golf im Einsatz, und festgestellt, dass er sich genau in den Taschenhaken neben der 12V-Buchse klemmen lässt. Falls man den Haken nicht benötigt, ist somit der Einbau in 30 Sekunden erledigt, und hält bombenfest..
    Der Wingle funktioniert übrigens prima, wenige Sekunden (20..30?) nach Zündung an ist das Navi online. Schade, dass das Discover Pro keinen Browser hat, so dass man den Wingle direkt darüber konfigurieren könnte.

  3. Dirk Antworten

    Hallo Daniel,

    wie sieht es denn mit der „Strahlenbelastung“ im Auto aus, wenn du mit einem WLAN-Stick arbeitest und dieser im faradayschen Käfig (Auto) betrieben wird?
    Dein Smartphone „strahlt“ ja auch schon.

    Gruß, Dirk

    • Daniel Autor des BeitragesAntworten

      Hallo Dirk, ich habe da nie nachgemessen, hätte auch gar nicht die Ausrüstung dafür. Generell sitzt der Stick ja auch am Punkt im Auto der am weitesten vom Fahrer entfernt ist.

      Wenn du dir um das Thema sorgen machst habe ich ne schlechte Nachricht für dich: die OCU, also die Steuereinheit des Autos die mit eigener SIM Karte und eigenem Mobilfunkteil die Verbindung nach VW realisiert, sitzt genau unter dem Fahrersitz.

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