Überraschung! Der neue Wagen ist da!

oder: ui, das ging jetzt aber wirklich wirklich schneller als gedacht…

Ist er nicht schick, dieser flotte blaue Flitzer? Das Model S ist, auch nach etwa 8 Jahren am Markt, immer noch eines der schönsten Autos. Gerade das Facelift-Modell ist sehr gut gealtert, und sieht immer noch extrem schick aus. Aber leider ist es nicht unser neues Auto, sondern gehört Johannes, mit dem ich unseren neuen Wagen sehr spontan abgeholt habe. Das ging jetzt alles zu schnell? Kein Problem, ich fange mal vorn an.

[Hinweis: die ganze Geschichte fand schon im Februar statt]

In den letzten Wochen und Monaten haben wir ja einiges an Fahrzeugen ausprobiert. Den Leaf als Langzeitmiete von Nextmove, den e-208, den Kona, den ID.3 haben wir zwar nicht ausprobiert aber sehr genau beobachtet, genau wie das Model 3, das Ioniq Facelift, Corsa… Und irgendwie hat uns keines der Fahrzeuge wirklich überzeugt. Irgendein Haken war immer dran, und gerade die Fahrzeuge die man bisher nur reservieren kann zeigten dann zum Verkaufsstart eklatante Showstopper. Und auch am Horizont war jetzt kein Fahrzeug der Klasse „netter kompakter Flitzer“ zu sehen. Und auf der anderen Seite hat VW dann angefangen den e-Golf immer stärker zu rabattieren, und damit immer interessanter zu machen.

Aber nochmal ein Golf 7? Nach 4 1/2 Jahren mit dem Golf 7 TDI Highline, 2 1/2 Jahren mit dem elektrischen Golf 7? Nochmal das gleiche in grün? Wobei, Farben gibt es ja nicht mehr beim Golf. Also kein grün. Insbesondere Dagmar war da durchaus skeptisch. Auf der anderern Seite sind wir mit unserem aktuellen e-Golf ja sehr zufrieden. Der Wagen profitiert sehr von seiner „Verbrennerbasis“, also davon das er in riesiger Auflage gebaut wurde. Die mechanische Seite ist ausgereift, die Probleme des Golf 7 waren dann eher Steuerketten, TSI Motoren, Ölverbrauch, Partikelfilter… alles so Dinge die im e-Golf irgendwie mit Abwesenheit glänzen. Die Größe passt, der Komfort passt, die Ausstattung, und auf der „Elektroauto-Seite“ gibt es auch keine Überraschungen. Es gibt langjährige Erfahrungswerte, alle Vor- und auch Nachteile sind bekannt. Dazu kam noch ein Jobwechsel bei mir, ab Mai brauche ich nicht mehr 200 km pro Tag zu fahren, sondern nur noch etwa 90. Der dringende Bedarf für ein Auto mit einer Worst-Case Reichweite von 250 km hat sich damit auch erledigt, und der e-Golf passt wieder komplett in unser Fahrprofil.

Und wie es der Zufall will hatte unser lokaler Warburger VW-Händler auch gerade einen e-Golf als Vorführwagen, den wir zu einem interessanten Kurs bekommen könnten. Da der Wagen die Ledersitze hatte, die wir noch nicht wirklich ausprobiert hatten, haben wir uns den Wagen für eine Probefahrt geholt. Was soll ich sagen: die Sitze machen den Unterschied. Eigentlich legen wir auf Ledersitze im Auto gar keinen Wert, aber hier ist der Unterschied signifikant: statt der (durchaus bequemen!) Komfortsitze mit Stoffbezug in der Serienausstattung gibts die Ledersitze nur als „Top-Sport-Sitze“, mit ausgeprägtem Seitenhalt. Da sitzt man noch besser, und das ganze Auto wirkt dadurch „neu“ und nicht mehr wie „the same procedure as last year, Miss Sophie“. Der Vorführwagen hatte nur zwei Nachteile: einmal hatte er die gleiche Farbe wie der vorhandene Wagen, und – das war dann der Showstopper – es fehlte das DAB Radio. Da wir eigentlich nur DAB-Sender hören und eine Nachrüstung nicht sinnvoll möglich ist mussten wir also leider Absagen und begannen uns Angebote für eine Neuwagenbestellung einzuholen.

Die angekündigten Lieferzeiten schwankten sehr – einige Händler hatten Fahrzeuge im Vorlauf die in einigen Wochen verfügbar gewesen wären, andere gaben bis zu 6 Monate an. Und auch die Fahrzeuge aus dem Vorlauf hatten das Risiko bei einer Konfigurationsänderung wieder weit nach hinten zu rutschen. Aber wie sich herausstellte hatten einige Händler durchaus Lagerfahrzeuge, und bei einem Händler gab es sogar ein Exemplar in der Wunschfarbe Reflexsilber, mit Ledersitzen und auch ansonsten fast der kompletten Wunschausstattung. Einzig Keyless fehlte, aber dafür war der Wagen halt sofort verfügbar. Auf diesen Kompromiss haben wir uns dann eingelassen, und den Kaufvertrag unterschrieben. Ein paar Tage später bin ich dann mit Johannes, einem Freund vom Warburger E-Auto Stammtisch, und seinem Model S nach Bayern gefahren um den neuen e-Golf abzuholen.

In aller frühe gings los, immerhin mussten wir an dem Tag insgesamt etwa 1.000 km fahren. Die Hinfahrt haben wir uns geteilt, und so kam ich in den Genuss auch mal eine längere Strecke mit dem Model S zu fahren. Sehr angenehm, eine tolle Erfahrung (im wahrsten Sinne des Wortes). Auch den wohl einsamsten Supercharger des Landes (in Motten) haben wir kennengelernt, und gegen Mittag kamen wir dann in Bayern beim Händler an. Der wusste auch durchaus was er tat, und hatte einiges an Erfahrung mit Elektroautos. Der e-Golf war schnell inspiziert, alles war vollständig und es gab nichts zu bemängeln.

Auch die Farbe wirkt sehr gut, und ist auch eine der seltensten Farben bei den e-Gölfen (abseits der ja mittlerweile entfallenen Sonderlackierungen).

Auf dem Rückweg haben Johannes und ich uns dann nach dem ersten Ladestop getrennt, ich wollte ihn nicht unnötig ausbremsen – schließlich läd der e-Golf ja deutlich langsamer als der Tesla. Die Rückfahrt verlief dann auch ohne besondere Vorfälle.

Alle Ladesäulen haben funktioniert, der Wagen fuhr gut, und überraschender Weise habe ich auf den 500 km der Rückfahrt nur eine knappe Stunde länger gebraucht als das Model S. Damit hätte ich nicht gerechnet, vor allem weil ich nicht auf optimale Ladepausen geachtet habe sondern oft „zu lange“ geladen habe.

Am folgenden Tag habe ich dann noch den Leaf wieder zurück zu Nextmove gebracht, auch hier verliefen Reise und Rückgabe komplett ohne besondere Vorkommnisse.

Jetzt haben wir also zwei e-Gölfe vor der Tür, und müssen erst uns nächstes Jahr wieder Gedanken machen was als Ersatz für den „alten“ e-Golf kommt wenn dessen Leasing nach 4 Jahren dann im September 2021 ausläuft. Mittlerweile hat VW uns auch noch den um 1.190 EUR erhöhten Umweltbonus nachträglich ausgezahlt, und die 3.000 EUR von der BAFA sind beantragt.

2 Gedanken zu „Überraschung! Der neue Wagen ist da!

  1. Volker Antworten

    Hallo Daniel,

    cool, herzlichen Glückwunsch! Ich würde es gerne genau so machen, darf aber leider erst ab Mitte Juli wieder bestellen – dann wird es wohl auch keine Lagerfahrzeuge mehr geben…

    Viele Grüße,
    Volker

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.