Weltkonzern Tesla kommt nach Warburg!

oder: ist schon wieder Sommerloch?

Eigentlich wollte ich ja gar nichts zu dem Thema schreiben. Zumindest nichts was über ein „HAHAHAHHAHAAHAHHAHAHAHHAHAHAHAHAHAHA“ hinaus geht.

Das Thema trifft ja offenbar einen Nerv, und ist nicht totzukriegen. Gut, worum gehts? Radio Hochstift berichtete, soweit ich weiss, als erstes, und das mit der Schlagzeile „Weltkonzern Tesla kommt nach Warburg?“. Die Lokalpresse in Form der Neuen Westfälischen griff das Thema auch direkt auf, und es kommen Artikel über Artikel. Das Westfalen-Blatt verliert zumindest im letzten Absatz eines Beitrags ein paar kritische Worte.

Und jetzt lehnen wir uns mal zurück und schauen worum es überhaupt geht.

Tesla betreibt in den USA die sogenannte „Gigafactory“. Ein riesiger Trumm von Fabrik, immer noch nicht zu 100% fertig gestellt. Eine weitere Gigafactory wird, so wurde vor einigen Wochen bekannt, in China gebaut. Die Verträge dazu sind unterschrieben. Eine weitere Gigafactory in Europa ist angedacht, aber es gibt weder zur geplanten Größe, dem Zeitraum noch für die Lokation genauere Infos. Details dazu und zur Gigafactory im allgemeinen hat die Wikipedia.

Vor einigen Tagen wurde Elon Musk jetzt auf Twitter angeschrieben und gefragt ob er sich Deutschland als Standort vorstellen könnte. Die Antwort war sinngemäß: ja,  Deutschland liegt in der Auswahl vorne („Germany is a leading choice“), und er grenzt die Lokation auch noch genauer ein: an der Grenze zwischen Deutschland und Frankreich, nahe den Benelux-Staaten.

Also: eine Fabrik die vielleicht irgendwann mal gebaut wird, und das irgendwo in Europa, vielleicht in Deutschland, aber dann auch eher nicht bei Warburg. Ziemlich viel Konjunktiv. Nichts genaues weiss man nicht.

Dazu kommt die aktuelle Lage von Tesla. Da wird mit höchster Priorität dran gearbeitet das Model 3 auf die Straße und zu den Kunden zu bringen. Das klappt aktuell nur durch die Produktion der teuren Modelle, und auch da ist die Stückzahl noch zu niedrig. Vom „Basismodell“ for $35.000 sind wir noch weit entfernt (und bevor das wieder jemand mit 35.000 EUR übersetzt: nein, das Basis-Model3 wird hier deutlichst teurer, da steht minimum ne 4 vorne, und die zweite Ziffer wird auch nicht 1 oder 2 lauten). Wenn Tesla so soweit ist die Model 3 Produktion im Griff zu haben und damit die Gigafactory in den USA auslastet, dann nehmen sie China in Angriff. Und dann kommt irgendwann mal Europa als Produktionsstandort.

Da kann sich die lokale SPD auf den Kopf stellen, da ist eher kein Blumentopf zu gewinnen. Auch die Nähe zu Phönix Contact und Benteler wird da nix reissen, beide Firmen sind vermutlich als Zulieferer für Tesla nicht so interessant.

Wozu das Thema allerdings (für die SPD) taugt: man bringt sich ins Gespräch. Und das wars dann aber auch.

 

 

 

 

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